Faulbaum (amerikanischer)

Stammpflanze:

Rhamnus purshiana DC.

Verwendete Pflanzenteile:

Faulbaumrinde (Rhamni purshianae cortex)

Inhaltsstoffe:

Hydroxyanthracenderivate, Bitterstoffe.

Dosierung:

Innerlich:

Maximale Tagesdosis 20 – 30 mg Hydroxyanthracenderivate.

Teezubereitung:

0,5 g Droge mit 150 ml kochendem Wasser übergiessen und nach 10 – 15 Min. abseihen.

Nebenwirkungen:

Gelegentlich Magen-Darm-Beschwerden → Dosisreduktion.

Langzeitanwendung Albuminurie, Hämaturie und Elektrolytverluste (v.a. Kaliumverlust mit Störungen der Herzfunktion und Muskelschwäche) sowie Pseudomelanosis.

Kontraindikationen:

Darmverschluss, akut entzündliche Darmerkrankungen, Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, Appendizitis, abdominelle Schmerzen unbekannter Genese, Kinder unter 12 J., Schwangerschaft, Stillzeit.

Interaktionen:

Bei längerfristiger Einnahme ist durch einen Kaliummangel eine Wirkungsverstärkung von herzwirksamen Glykosiden sowie eine Beeinflussung der Wirkung von Antiarrhythmika möglich.

In Kombination mit Thiaziddiuretika, Nebennierenrindensteroiden oder Süssholzwurzel kann es zu einem vermehrten Kaliumverlust kommen.

Hinweise:

Zubereitungen sollten abends vor dem Schlafengehen eingenommen werden.

Faulbaumrinde sollte aufgrund ihrer darmschleimhautreizenden Wirkung nicht länger als 1 – 2 Wochen eingenommen und nur dann eingesetzt werden, wenn durch eine Ernährungsumstellung oder Quellstoffpräparate kein therapeutischer Erfolg zu erzielen ist.

Eine längerfristige Einnahme kann zu einer Verstärkung der Darmträgheit führen.

Die individuell richtige Dosierung ist die geringste, die erforderlich ist, um einen weich geformten Stuhl zu erhalten.

INDIKATIONEN und WIRKUNGEN

Innerlich

Obstipation

(Verstopfung)

  • hemmt die Resorption von Flüssigkeit aus dem Darm
  • erhöht die Sekretion von Wasser und Elektrolyten in den Dickdarm
  • führt über eine Volumenzunahme des Darminhalts zu einer Verstärkung des Fülldrucks
  • regt die Darmmotorik durch Kontraktion der Ringmuskulatur an
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