Erkältung (grippaler Infekt)
Definition:
eine durch kühles, feuchtes Wetter und Menschenansammlungen in schlecht gelüfteten Räumen begünstigte virale Tröpfcheninfektion der oberen Atemwege mit einer Inkubationszeit von 1 – 7 Tagen.
Klinik:
- leichte Hals-, Kopf- und Gliederschmerzen
- wässrig-schleimige Rhinitis (Schnupfen)
- trockener
- Husten
- Fieber
- Mattigkeit
- leichte Konjunktivitis (Bindehautentzündung)
Da bei einer Erkältung keine kausale Behandlung möglich ist, dient der phytotherapeutische Ansatz in erster Linie der symptomatischen Therapie zur Beschwerdelinderung sowie der Besserung des Allgemeinbefindens.
Je nach Stadium/Symptomatik der Erkältung werden folgende Wirkstoffgruppen eingesetzt:
- Erkältungsbeginn: Diaphoretika, Immunmodulatoren.
- Fieber: Antipyretika.
- wässrig-schleimige Rhinitis: Aromatika (ätherisch-Öl-Drogen).
- trockner Husten: Antitussiva, Aromatika.
- Mattigkeit: Bitterstoffdrogen (Amara tonica).
- rezidivierende Infekte: Immunmodulatoren.
ARZNEIPFLANZEN
Innerlich
DIAPHORETIKA (schweisstreibende Drogen)
Die Förderung der Diaphorese zu Beginn eines Infekts genügt häufig, um eine Erkältung im Anfangsstadium abklingen zu lassen oder den Krankheitsverlauf abzuschwächen.
ARZNEIDROGEN
IMMUNMODULATOREN
Steigern die unspezifischen körpereigenen Abwehrkräfte gegenüber Infektionen.
Wirken zu Beginn der Erkältung kurzfristig eingesetzt am besten.
ARZNEIDROGEN
ANTIPYRETIKA (fiebersenkende Drogen)
Wirken über die Unterbrechung der Arachidonsäurekaskade fiebersenkend.
ARZNEIDROGEN
ANTITUSSIVA (hustenreizlindernde Drogen)
Mucilaginosa quellen in Verbindung mit Wasser auf und bilden eine visköse, gelartige Schicht.
Wirken reizlindernd und schleimhautprotektiv, indem sie die gereizte Schleimhaut v.a. im Bereich der Epiglottis und des Hypopharynx mit einer Schutzschicht abdecken.
ARZNEIDROGEN
Mucilaginosa (schleimstoffhaltige Drogen)
BITTERSTOFFDROGEN (Amara)
Wirkungen:
tonisierend und roborierend.
Unterstützung des Immunsystems.
Anregung der körpereigenen Abwehrkräfte.
ARZNEIDROGEN
Amara tonica (reine Bittermittel)
Äusserlich
AROMATIKA (ätherisch-Öl-Drogen)
Helfen als Inhalationen oder als Nasenspray verabreicht, die Schleimhäute anzufeuchten, den Fliessschnupfen am «Laufen» zu halten und führen zu einer subjektiven Verbesserung der Nasenluft-Passage.
Ätherische Öle eignen sich, als Tropfen oder in Form von Zubereitungen (z.B. Salben, Balsame) verabreicht, ebenfalls als Einreibungen auf Brust und Rücken.
Auch Halsschmerzen und trockener Husten lassen sich durch Einreibungen oder der Befeuchtung mit Inhalationen lindern.
ARZNEIDROGEN
Arzneidrogen mit zusätzlich antiphlogistischer Wirkung
Hinweise und ergänzende Massnahmen
Supplementierungen (min. 500 mg während min. 5 Tagen ab Krankheitsbeginn) mit Vitamin C (Ascorbinsäure) helfen im Laufe eines Infekts, den durch Aktivierung des Immunsystems in Gang gesetzten Vitamin-C-konsumierenden Phagozytose verursachten starken Abfall der Vitamin-C-Konzentration in den Leukozyten und im Plasma zu kompensieren.
Senfmehlfussbäder führen durch ihren reflektorischen Reiz zu einer vermehrten Durchblutung der oberen Atemwege und kann bei rechtzeitiger Anwendung den Ausbruch einer Erkältung verhindern.
Zubereitung: 3 EL Senfmehl mit 2 l 37 – 40°C warmem Wasser vermengen und die Füsse 15 Min. darin baden, anschliessend gründlich mit lauwarmem Wasser abspülen und nachruhen.
Ansteigende Erkältungsbäder in der Anfangsphase einer Erkältung (beginnend mit 35 – 36°C warmem Wasser, welches durch zulaufendes warmes Wasser auf 38 – 42°C erwärmt wird) mit ätherischen Ölen (z.B. Eukalyptus-, Fichtennadel-, Pfefferminz- oder Thymianöl) führen zu einer Zunahme der Schleimhautdurchblutung im Mund-, Nasen- und Rachenbereich und zu einer gesteigerten lokalen Immunantwort.
