Gicht (Arthritis urica)
Definition:
Ablagerung von Harnsäurekristallen in verschiedenen Organen und Geweben infolge einer durch eine Störung des Harnsäuremetabolismus verursachten erhöhten Harnsäurekonzentration im Blut (Hyperurikämie).
Bei einem akuten Gichtanfall ist typischerweise das Grosszehengrundgelenk mit starken Schmerzen betroffen.
Liegen dauerhaft erhöhte Harnsäurewerte vor, bilden sich im chronischen Stadium Uratablagerungen (Gichttophi) in Weichteilgeweben wie Ohrmuscheln, Händen, Füssen, Ellenbogen, Sehnenscheiden in gelenknahen Knochen und den Nieren.
Cholchizinhaltige Phytotherapeutika sind bei einem akuten Gichtanfall als alleinige Therapie geeignet.
ARZNEIPFLANZEN
Innerlich
CHOLCHIZINHALTIGE DROGEN
Im akuten Gichtanfall unterbricht Cholchizin die Reaktionskette mit vermehrter Lactatbildung, pH-Abfall, Auskristallisation von Harnsäure und erneutem Zerfall von Leukozyten und wirkt:
analgetisch, antichemotaktisch, antiphlogistisch und mitosehemmend.
ARZNEIDROGEN
Hinweise und ergänzende Massnahmen
Adjuvant:
Antidyskratika helfen über ihre stoffwechselanregende und ausscheidungsfördernde Wirkung den erhöhten Harnsäurespiegel im Blut zu senken und Uratablagerungen in den Weichteilgeweben zu verhindern bzw. zu reduzieren.
Antidyskratika → siehe unter Arthritis (rheumatoide).
Möglichst Alkoholkarenz (Alkohol erhöht die Harnsäureproduktion und hemmt die Harnsäureausscheidung) und eine purinarme Diät (Purin wird zu Harnsäure abgebaut) einhalten.
Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr (2-3 l/Tag) mit Wasser oder Tees aktiviert die Harnausscheidung über die Nieren.
Im akuten Gichtanfall das betroffene Gelenk ruhigstellen.
