Harnwegsinfekt (HWI)
Definition:
meist bakteriell, selten viral oder parasitär bedingte Infektion der unteren ableitenden Harnwege mit Entzündung der Harnröhre (Urethritis) bzw. der Harnblase (Zystitis).
Arzneidrogen eigenen sich in Form von Blasen- und Nierentees als alleinige Therapie bei unkomplizierten, chronischen oder chronisch-rezidivierenden Harnwegsinfekten.
Bei einer Mitbeteiligung der Nieren, schweren fieberhaften Verlaufsformen oder einer Infektion mit Problemkeimen sind Arzneidrogen nur für eine adjuvante Behandlung zusätzlich zu einer antibiotischen Therapie geeignet.
ARZNEIPFLANZEN
Innerlich
AQUARETIKA
Führen über eine gesteigerte Nierendurchblutung und Erhöhung der glomerulären Filtrationsrate zu einer vermehrten Harnausscheidung und schwemmen pathogene Keime auf natürlichem Weg aus.
ARZNEIDROGEN und ihre Wirkstärke
Ackerschachtelhalm +
Birke +
Bohne +
Brennnessel ++
Goldrute ++
Hauhechel +
Johannisbeere (schwarze) +
Katzenbart +
Liebstöckel ++
Löwenzahn ++
Petersilie ++
Quecke +
Spargel +
Wacholder ++
HARNWEGSDESINFIZIENZIEN
Reduzieren die Gesamtkeimzahl im Urin und erschweren das Anheften pathogener Keime an die Schleimhaut in den Harnwegen.
ARZNEIDROGEN und ihre Wirkstärke
Hinweise und ergänzende Massnahmen
Bei einer Durchspülungstherapie in Form von Teezubereitungen ist auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr (min. 2 l/Tag) zu achten.
Um Rezidiven vorzubeugen, sollte die Durchspülungstherapie im Anschluss an die Akutbehandlung während 2 – 3 Wochen weitergeführt werden.
Bei Ödemen infolge eingeschränkter Herz- oder Nierentätigkeit sind Aquaretika kontraindiziert.
Physikalische Massnahmen wie ansteigende Fussbäder, Sitzbäder (z.B. Ackerschachtelhalm, Schafgarbe) oder feuchtheisse Auflagen auf den Unterbauch (z.B. Heublumensack) fördern die Beckendurchblutung und wirken spasmolytisch und analgetisch.
