Prostatitis-Syndrom

Definition:

der Begriff «Prostatitis-Syndrom» fasst verschiedene Formen der Prostatitis (Entzündung der Prostata) mit hauptsächlich identischer Symptomatik zusammen und wird unterteilt in:

  • akute bakterielle Prostatitis; akute Entzündung der Prostata mit Erregernachweis im Urin.
  • chronische bakterielle Prostatitis; über min. 3 Monate bestehende Entzündung der Prostata mit wiederkehrendem Erregernachweis im Urin oder Prostataexprimat.
  • chronische abakterielle Prostatitis; chronische Entzündung der Prostata ohne Erregernachweis, welche häufig in Begleitung einer benignen Prostatahyperplasie (BPH) auftritt.

Die chronisch abakterielle Prostatitis beim Mann entspricht der Reizblase der Frau und wird auch als Prostataneurose bezeichnet.

 

Eine phytotherapeutische Behandlung eignet sich als alleinige Therapie bei einer chronisch abakteriellen Prostatitis bzw. als adjuvante Therapie bei einer akuten oder chronischen bakteriellen Prostatitis im Rahmen einer antibiotikainduzierten Behandlung.

ARZNEIPFLANZEN

Innerlich

MIKTIONSBEEINFLUSSENDE DROGEN

Lindern bzw. beheben die mit einer chronischen abakteriellen Prostatitis bzw. einem chronischen Schmerzsyndrom des Beckens einhergehenden Symptome wie unvollständige Entleerung der Blase, Nachträufeln, verzögerte Miktion, Nykturie, Pollakisurie und Algurie.

ARZNEIDROGEN

Hinweise und ergänzende Massnahmen

Adjuvant:

Zusätzlich zur phytotherapeutischen Behandlung mit miktionsbeeinflussenden Drogen eignen sich beim Prostatitis-Syndrom Blasen- und Nierentees mit aquaretisch wirksamen und harnwegsdesinfizierenden Arzneidrogen, welche den Heilungsprozess unterstützen.

 

Aquaretika und Harnwegsdesinfizienzien → siehe unter Harnwegsinfekt (HWI).

 

Werden die Beschwerden durch eine psychovegetative Belastungsfaktoren verursacht, empfiehlt es sich, zusätzlich sedativ wirkenden Arzneidrogen einzusetzen.

 

Sedativa → siehe unter nervös bedingte Unruhezustände und Einschlafstörungen.

 

Physikalische Massnahmen wie ansteigende Fussbäder, Sitzbäder (z.B. Ackerschachtelhalm, Schafgarbe) oder feuchtheisse Auflagen auf den Unterbauch (z.B. Heublumensack) fördern die Durchblutung im Unterleib und wirken spasmolytisch und analgetisch.

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