Reizblase
Definition:
Blasendysfunktion mit chronischem Reizzustand des unteren Harntrakts, meist einhergehend mit einer gesteigerten Erregbarkeit und Sensibilität des äusseren Blasenschliessmuskels (Detrusors) sowie typischen zystitischen Beschwerden ohne pathologischen Harnbefund, welche fast nur bei Frauen v.a. im mittleren Alter auftritt.
Phytopharmaka eignen sich vor allem bei leichten bis mittelschweren Krankheitsverläufen als alleinige Therapiemassnahme.
ARZNEIPFLANZEN
Innerlich
MIKTIONSBEEINFLUSSENDE DROGEN
Lindern bzw. beheben die mit einer Reizblase einhergehenden Symptome wie unvollständige Entleerung der Blase, Nachträufeln, verzögerte Miktion, Nykturie, Pollakisurie und Algurie.
ARZNEIDROGEN
Hinweise und ergänzende Massnahmen
Adjuvant:
Zusätzlich zur phytotherapeutischen Behandlung mit miktionsbeeinflussenden Drogen eignen sich bei Reizblase Blasen- und Nierentees mit aquaretisch wirksamen und harnwegsdesinfizierenden Arzneidrogen, welche den Heilungsprozess unterstützen.
Aquaretika und Harnwegsdesinfizienzien → siehe unter Harnwegsinfekt (HWI).
Werden die Beschwerden durch eine psychovegetative Belastungsfaktoren verursacht, empfiehlt es sich, zusätzlich sedativ wirkenden Arzneidrogen einzusetzen.
Sedativa → siehe unter nervös bedingte Unruhezustände und Einschlafstörungen.
Physikalische Massnahmen wie ansteigende Fussbäder, Sitzbäder (z.B. Ackerschachtelhalm, Schafgarbe) oder feuchtheisse Auflagen auf den Unterbauch (z.B. Heublumensack) fördern die Durchblutung im Unterleib und wirken spasmolytisch und analgetisch.
Empfehlenswert sind ein gezieltes Beckenbodentraining und die regelmässige Durchführung von Entspannungsübungen.
Ein Reibesitzbad fördert über die Reizwirkung die Durchblutung im Beckenbereich.
Zubereitung: zu Beginn 3 Min., später bis 10 Min. lang wird (am besten auf der Toilette sitzend) mit der Hand geschöpftes kaltes Wasser über die äussere Geschlechtsregion und die Innenseite der Oberschenkel gerieben.
