Rhabarber
Stammpflanze:
Rheum palmatum L. und Rheum officinale BAILLON
Verwendete Pflanzenteile:
Rhabarberwurzel (Rhei radix)
Inhaltsstoffe:
Hydroxyanthracenderivate (Anthranoide vom O-Glykosidtyp, hauptsächlich vom Rhein- und Physcion-Typ), Dianthronglykoside, Proanthocyanidine, Gerbstoffe, Gallotannine, Flavonoide, Pektine.
Dosierung:
Innerlich:
Tagesdosis 1,2 – 4,8 g Droge bzw. 20 – 30 mg Hydroxyanthracenderivate, berechnet als Rhein.
Teezubereitung:
1,2 g Droge mit 150 ml kochendem Wasser übergiessen und nach 10 – 15 Min. abseihen.
Nebenwirkungen:
In höheren Dosen können Koliken, Nausea, Erbrechen, bei Langzeitanwendung Albuminurie, Hämaturie und Elektrolytverluste (v.a. Kaliumverlust mit Störungen der Herzfunktion und Muskelschwäche).
Eine gelegentlich auftretende Melanosis coli ist nach Absetzen der Droge reversibel.
Kontraindikationen:
Darmverschluss, akut entzündliche Darmerkrankungen, Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, Appendizitis, abdominelle Schmerzen unbekannter Genese, Kinder unter 12 J., Menstruation, Schwangerschaft, Stillzeit.
Interaktionen:
Bei längerfristiger Einnahme ist durch einen Kaliummangel eine Wirkungsverstärkung von herzwirksamen Glykosiden sowie eine Beeinflussung der Wirkung von Antiarrhythmika möglich.
In Kombination mit Thiaziddiuretika, Nebennierenrindensteroiden oder Süssholzwurzel kann es zu einem vermehrten Kaliumverlust kommen.
Hinweise:
Rhabarber sollte aufgrund ihrer darmschleimhautreizenden Wirkung nicht länger als 1 – 2 Wochen eingenommen und nur dann eingesetzt werden, wenn durch eine Ernährungsumstellung oder Quellstoffpräparate kein therapeutischer Erfolg zu erzielen ist.
INDIKATIONEN und WIRKUNGEN
Innerlich
Obstipation
(Verstopfung)
- hemmt die Resorption von Flüssigkeit aus dem Darm
- erhöht die Sekretion von Wasser und Elektrolyten in den Dickdarm
- führt über eine Volumenzunahme des Darminhalts zu einer Verstärkung des Fülldrucks
- regt die Darmmotorik durch Kontraktion der Ringmuskulatur an
